Der NIPT (nicht-invasiver Pränataltest) ist eine Blutuntersuchung der Schwangeren, die das Erbgut des Ungeborenen analysiert, um Chromosomenstörungen wie die Trisomie 21 mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erkennen – ohne Risiko für das Kind.
Der NIPT hat die Pränataldiagnostik verändert, weil er sicherer ist als eine Fruchtwasserpunktion. Dieser Beitrag erklärt, wie der Test in der Schweiz abläuft, was er kostet und unter welchen Bedingungen die Krankenkasse zahlt. Stand 2026.
Wie funktioniert der NIPT?
Im Blut der Schwangeren zirkulieren kleine Bruchstücke zellfreier DNA, ein Teil davon stammt aus der Plazenta und damit vom Kind. Der NIPT misst diese DNA und prüft, ob bestimmte Chromosomen in der erwarteten Menge vorliegen. Liegt ein Chromosom dreifach statt zweifach vor, deutet das auf eine Trisomie hin. Was Chromosomen sind, erklärt der Beitrag DNA einfach erklärt.
Der Test wird in der Regel ab der abgeschlossenen 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Eine einfache Blutentnahme genügt; es gibt kein Fehlgeburtsrisiko wie bei invasiven Eingriffen.
Was untersucht der NIPT?
- Trisomie 21 (Down-Syndrom)
- Trisomie 18 (Edwards-Syndrom)
- Trisomie 13 (Pätau-Syndrom)
- auf Wunsch die Geschlechtschromosomen – dazu der Beitrag NIPT und Geschlecht
Wichtig: Der NIPT ist ein Suchtest, kein Beweistest. Ein auffälliges Ergebnis muss durch eine invasive Untersuchung wie eine Fruchtwasserpunktion bestätigt werden.

Was kostet der NIPT und zahlt die Krankenkasse?
In der Schweiz übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten des NIPT, wenn ein vorgängiger Ersttrimestertest ein erhöhtes Risiko für eine Trisomie ergeben hat (Quelle: BAG, 2024). Ohne diese Voraussetzung tragen werdende Eltern die Kosten selbst.
| Situation | Kostenträger |
|---|---|
| Erhöhtes Risiko im Ersttrimestertest | Krankenkasse (KVG) |
| Wunsch ohne erhöhtes Risiko | Selbstzahlung |
| Bestätigung durch Punktion | Krankenkasse bei Indikation |
Beratung und gesetzlicher Rahmen
Vor einem NIPT ist eine fachliche Aufklärung vorgeschrieben. Werdende Eltern sollen verstehen, was der Test aussagt und welche Konsequenzen ein Befund haben kann. Das GUMG regelt diese vorgeburtlichen Untersuchungen besonders streng (Quelle: BAG, 2022). Eine vertiefte genetische Beratung hilft, eine informierte Entscheidung zu treffen. Wer grundsätzlich abwägt, ob ein Test sinnvoll ist, findet Orientierung im Beitrag wann ein Gentest sinnvoll ist.
NIPT und Ersttrimestertest im Zusammenspiel
Der NIPT steht nicht für sich allein, sondern ist Teil eines abgestuften Vorgehens. Zuerst erfolgt oft der Ersttrimestertest, eine Kombination aus Ultraschall und Blutwerten, die ein erstes Risiko abschätzt. Erst bei einem erhöhten Risiko greift der NIPT als genauerer Suchtest. Dieses Stufenmodell vermeidet unnötige Untersuchungen und ist zugleich die Bedingung dafür, dass die Krankenkasse den NIPT übernimmt. Werdende Eltern sollten den Ablauf deshalb von Beginn an mit ihrer Frauenärztin besprechen.
Grenzen des NIPT
So zuverlässig der NIPT bei den häufigen Trisomien ist, er hat klare Grenzen. Er kann nicht alle genetischen Erkrankungen erkennen und liefert in seltenen Fällen kein verwertbares Ergebnis, etwa wenn zu wenig kindliche DNA im Blut vorhanden ist. Ein unauffälliger Befund schliesst zudem nicht jede Erkrankung des Kindes aus. Deshalb ersetzt der NIPT weder den Ultraschall noch eine sorgfältige Schwangerschaftsbetreuung.
Häufige Fragen zum NIPT
Ist der NIPT für das Kind gefährlich?
Nein. Es wird nur Blut der Mutter entnommen, ein Fehlgeburtsrisiko besteht nicht.
Ist ein auffälliges Ergebnis sicher?
Nein, der NIPT ist ein Suchtest. Ein auffälliger Befund muss durch eine invasive Untersuchung abgesichert werden.
Ab wann kann ich den Test machen?
In der Regel ab der abgeschlossenen 11. Schwangerschaftswoche.
Zahlt die Krankenkasse den NIPT immer?
Nein, nur wenn zuvor ein erhöhtes Risiko festgestellt wurde. Sonst ist es eine Selbstzahlerleistung.
Fazit
Der NIPT ist ein sicherer, nicht-invasiver Suchtest auf Chromosomenstörungen. In der Schweiz zahlt die Krankenkasse ihn bei erhöhtem Risiko, und das GUMG sorgt für eine sorgfältige Aufklärung. Eine bewusste Entscheidung gelingt am besten mit guter Beratung. Den grossen Überblick liefert der Beitrag DNA-Test in der Schweiz.

