Die DNA (Desoxyribonukleinsäure) ist das Molekül, in dem die Erbinformation jedes Lebewesens gespeichert ist – eine Art Bauanleitung, die in jeder Zelle des Körpers steckt und bestimmt, wie ein Organismus aufgebaut ist und funktioniert.
Wer verstehen will, warum Kinder ihren Eltern ähneln oder weshalb manche Krankheiten in Familien gehäuft auftreten, kommt an der DNA nicht vorbei. Drei Ebenen gehören zusammen: das Molekül selbst, die darin codierten Gene und die Chromosomen, die alles verpacken.
Was ist die DNA?
Die DNA ist ein langes, fadenförmiges Molekül, das wie eine verdrehte Strickleiter aufgebaut ist – die berühmte Doppelhelix. Die beiden Stränge bestehen aus einem Zucker-Phosphat-Gerüst, die Sprossen der Leiter aus vier Basen: Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C). Dabei paart sich A immer mit T und G immer mit C.
Das menschliche Erbgut umfasst rund 3,2 Milliarden solcher Basenpaare (Quelle: Referenzgenom GRCh38, Ensembl 2024). Würde man die DNA einer einzigen Zelle entrollen, wäre sie etwa zwei Meter lang – zusammengefaltet passt sie dennoch in den winzigen Zellkern.
Gene: die funktionellen Abschnitte
Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA, der die Bauanleitung für ein bestimmtes Produkt enthält – meist ein Protein. Proteine erledigen fast alle Aufgaben im Körper: Sie bauen Gewebe auf, transportieren Sauerstoff oder steuern den Stoffwechsel. Der Mensch besitzt nach aktuellem Stand rund 20’000 proteincodierende Gene (Quelle: GENCODE/Ensembl 2024) – erstaunlich wenige, wenn man die Komplexität des Körpers bedenkt.
Nur ein kleiner Teil der DNA codiert tatsächlich Proteine. Grosse Bereiche regulieren, wann und wie stark ein Gen abgelesen wird. Genau hier setzt auch die Epigenetik an.

Chromosomen: so wird die DNA verpackt
Die DNA liegt nicht lose im Zellkern, sondern ist auf Chromosomen organisiert. Der Mensch hat 46 Chromosomen – 23 von der Mutter, 23 vom Vater. Wie diese Verpackung funktioniert, erklärt der Beitrag zu den Chromosomen des Menschen im Detail.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| DNA | Trägermolekül der Erbinformation |
| Gen | DNA-Abschnitt mit Bauanleitung für ein Protein |
| Chromosom | Verpackungseinheit der DNA im Zellkern |
| Genom | gesamte Erbinformation eines Lebewesens |
Wie funktioniert Vererbung?
Bei der Fortpflanzung gibt jeder Elternteil die Hälfte seiner Chromosomen weiter. So entsteht eine neue, einzigartige Kombination. Ob ein Merkmal sichtbar wird, hängt davon ab, ob die zugehörige Genvariante dominant oder rezessiv ist. Die Grundregeln dazu hat bereits Gregor Mendel im 19. Jahrhundert beschrieben – nachzulesen im Beitrag zu den Mendelschen Regeln.
Vererbung im Alltag erkennen
Im Alltag zeigt sich Vererbung an vielen Merkmalen: warum die Augenfarbe oft den Eltern gleicht, weshalb das Erbgut der Mitochondrien ausschliesslich von der Mutter stammt – und dass nicht jede Mutation im Erbgut schädlich ist. Auch die Körpergrösse folgt diesem Muster: Sie wird von mehreren Genen gemeinsam beeinflusst, auch wenn Ernährung und Umwelt mitreden.
Ein anschauliches Beispiel für vererbte Merkmale sind die Blutgruppen – etwa die Frage nach der seltensten Blutgruppe der Welt.
Warum das Wissen über DNA wichtig ist
Das Verständnis der DNA ist die Grundlage moderner Medizin: von DNA-Tests über die Diagnose von Erbkrankheiten bis zu personalisierten Therapien. Auch ausserhalb der Medizin kommt DNA zum Einsatz, etwa in der Forensik, wo der genetische Fingerabdruck Spuren einer bestimmten Person zuordnen kann. Das 2003 abgeschlossene Humangenomprojekt (Quelle: National Human Genome Research Institute, 2003) lieferte die erste vollständige Entschlüsselung des menschlichen Erbguts und gilt als Meilenstein der Wissenschaft.
Häufige Fragen zur DNA
Wo befindet sich die DNA in der Zelle?
Der grösste Teil liegt im Zellkern. Eine kleine, eigene DNA besitzen zusätzlich die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle.
Ist DNA dasselbe wie ein Gen?
Nein. Die DNA ist das gesamte Molekül; ein Gen ist nur ein funktioneller Abschnitt davon.
Haben alle Menschen die gleiche DNA?
Zu rund 99,9 Prozent ist die DNA aller Menschen identisch. Die kleinen Unterschiede machen jeden Menschen einzigartig.
Kann man die DNA verändern?
Mit Methoden wie CRISPR/Cas9 lässt sich das Erbgut heute gezielt bearbeiten – ein grosses Thema der modernen Forschung.
Fazit
Die DNA ist als Doppelhelix aufgebaut, ihre rund 20’000 Gene codieren Proteine, und 46 Chromosomen verteilen das Erbgut auf jede Zelle. Konkret wird das Thema meist erst bei einer Krankheit in der Familie oder einem geplanten Gentest – die Beiträge zu Erbkrankheiten und zum DNA-Test in der Schweiz vertiefen genau diese Fragen.

