Akelei (Aquilegia vulgaris) ist eine Zierpflanze aus der Familie der Hahnenfussgewächse, die alle Pflanzenteile giftige Alkaloide enthält und deshalb nicht als Lebensmittel oder Supplement genutzt werden darf. In der Vergangenheit wurden Blüten und Samen volksmedizinisch eingesetzt, doch genetische Empfindlichkeitsunterschiede machen die toxischen Risiken für jeden Menschen anders.
| Botanischer Name | Aquilegia vulgaris (Hahnenfussgewächse) |
|---|---|
| Verbreitung | Europa, Nordamerika – Gartenpflanze und Wildpflanze |
| Inhaltsstoffe | Cyanogene Glykoside, Protoanemonin, Saponine (alle Pflanzenteile!) |
| Giftigkeit | Alle Teile giftig, besonders Samen und Wurzel; Schweizer Giftpflanzen-Liste |
| Volksmedizin | Historisch gegen Skorbut und Hauterkrankungen, heute nicht empfohlen |
| Genetik-Bezug | CYP2E1- und GST-Varianten beeinflussen Sensitivität gegenüber Pflanzenalkaloiden |
Akelei ist eine wunderschöne Gartenpflanze mit charakteristischen gespornten Blüten – und gleichzeitig eine Pflanze, die man keinesfalls innerlich anwenden sollte. Alle Pflanzenteile sind giftig. Trotzdem finden sich in alten Kräuterbüchern Hinweise auf volksmedizinische Anwendungen. Heute ist klar: Diese Praktiken sind nicht evidenzbasiert und angesichts der Toxizität riskant. Selbst äusserlich kann Hautkontakt reizen.
Botanik und Inhaltsstoffe
Aquilegia vulgaris wächst in Wiesen und Wäldern und wird in Gärten als Zierpflanze gezogen. Die Blüten variieren von weiss über rosa bis violett. In allen Pflanzenteilen stecken cyanogene Glykoside, Protoanemonin (ein Wirkstoff des Verwandten Hahnenfuss) und Saponine. Die Konzentration ist in den Samen am höchsten, dicht gefolgt von Wurzel und Blättern.
Volksmedizinische Geschichte
- Mittelalterliche Kräuterbücher empfahlen Akelei bei Skorbut, Leber- und Hauterkrankungen.
- Rituell: In der europäischen Volksmedizin wurde sie manchmal als Pesttinktur propagiert.
- Heute: Keine Zulassung als Heilpflanze in der Schweiz oder EU. Alle „Rezepte» aus alten Quellen stammen aus einer Zeit ohne toxikologische Erkenntnisse.
Giftigkeit und Schweizer Rechtslage
Die Akelei steht auf der Schweizer Liste giftiger Pflanzen. Vergiftungssymptome umfassen Mundreizungen, Übelkeit, Erbrechen und bei höheren Mengen Herzrhythmusstörungen. Im Zweifelsfall sofort Tox-Zentrum anrufen: Schweizer Vergiftungsnotruf 145 (24 h). Kinder sind besonders gefährdet – Samen sehen aus wie essbare Körner.
Sicherheit und Hinweise
Akelei darf nicht eingenommen werden. Auch langer Hautkontakt kann reizen, da Protoanemonin ähnlich wie bei Hahnenfuss wirkt. Kinder fernhalten. Als Gartenpflanze ist sie wunderschön – aber Gartenhandschuhe sind beim Umtopfen ratsam. Keine Selbstmedikation, keine Tinkturen, keine Tees aus dieser Pflanze.
Häufige Fragen
Ist Akelei als Heilpflanze in der Schweiz zugelassen?
Nein. Es gibt keine Zulassung als Heilpflanze oder Nahrungsergänzungsmittel in der Schweiz oder der EU. Die Pflanze steht auf Giftpflanzenlisten.
Kann man Akelei-Blüten essen?
Nein. Auch die Blüten enthalten giftige Verbindungen. Eine Verwechslung mit essbaren Blüten aus dem Garten wäre gefährlich.
Warum reagieren Menschen unterschiedlich empfindlich auf Pflanzentoxine?
Genetische Varianten in Leber-Enzymen (z. B. CYP2E1, GSTM1) bestimmen, wie schnell dein Körper giftige Verbindungen abbaut. Menschen mit eingeschränkter Enzymaktivität reagieren empfindlicher.
Was tue ich, wenn mein Kind Akelei-Samen gegessen hat?
Sofort den Schweizer Vergiftungsnotruf 145 anrufen. Nicht abwarten, auch wenn noch keine Symptome sichtbar sind.
Warum wird Akelei in alten Kräuterbüchern empfohlen?
Kräuterbücher vor dem 19. Jahrhundert hatten keinen Zugang zu toxikologischer Forschung. Damalige Empfehlungen sind nach heutigem Kenntnisstand nicht sicher und sollten nicht befolgt werden.
Fazit
Akelei ist eine faszinierende Gartenpflanze ohne sicheren medizinischen Nutzen. Alle Pflanzenteile sind giftig – eine Tatsache, die durch genetische Empfindlichkeitsunterschiede noch bedeutsamer wird. Als Zierpflanze ist sie wunderschön; als Heilmittel oder Lebensmittel ist sie schlicht nicht geeignet.
Quellen
- Frohne/Pfänder: Giftpflanzen – Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
- Tox Center Zürich: Pflanzendatenbank Aquilegia vulgaris, toxzentrum.ch.
- Roth/Daunderer/Kormann: Giftpflanzen, Pflanzengifte, Ecomed Verlag.
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.
