Vitamin K

Kurze Antwort

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das als Kofaktor für Enzyme wirkt, die Gerinnungsproteine und knochenbildende Proteine aktivieren. Es existiert in zwei Hauptformen: K1 (Phyllochinon) aus grünem Gemüse und K2 (Menachinon) aus fermentierten Lebensmitteln und tierischen Produkten. Welche Mengen du für optimale Knochen- und Gefässgesundheit brauchst, hängt auch von deinen Genen ab.

Vitamin K auf einen Blick
Formen K1 (Phyllochinon, pflanzlich) · K2 (Menachinon MK-4/MK-7, tierisch/fermentiert)
Typ fettlösliches Vitamin
NRV (EU-Tagesbedarf) 75 µg
Reich enthalten in K1: Grünkohl, Spinat, Brokkoli; K2: Natto, Hartkäse, Ei
Genetik-Bezug VKORC1 (Vitamin-K-Epoxid-Reduktase), CYP4F2 (Abbau), GGCX
Zugelassene Aussagen Blutgerinnung, Knochen, normale Blutgerinnung bei Wunden (EU)
Wechselwirkung Warfarin/Cumarin-Gerinnungshemmer – Einnahme zwingend mit Arzt

Vitamin K steuert die sogenannte Carboxylierung – eine chemische Modifikation, die Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX, X) und knochenregulierende Proteine (Osteocalcin, Matrix-Gla-Protein) erst funktionsfähig macht. Genau an diesem Enzymschritt greifen auch Gerinnungshemmer wie Warfarin an – weshalb eine konstante Vitamin-K-Zufuhr bei solcher Therapie entscheidend ist.

NRV-Rechner

Wie viel deckt eine Menge vom Tagesbedarf (Nährstoffbezugswert)? Nährstoff wählen, Menge einstellen.

Nährstoff

Aufgenommene Menge
80 mg

Anteil am Tagesbedarf (NRV)
NRV-Referenzwert
EU-Tagesbedarf (Erwachsene)
Einheit
mg = Milligramm · µg = Mikrogramm
Hinweis: Der NRV (Nährstoffbezugswert nach EU-Verordnung 1169/2011) ist ein Durchschnittswert für gesunde Erwachsene, keine individuelle Empfehlung. Mehr ist nicht automatisch besser – bei einigen Stoffen gibt es Höchstmengen. Keine Heilaussage; bei Fragen zur Einnahme ärztlichen Rat einholen.

K1 und K2 – was unterscheidet sie?

K1 wird schnell aus dem Blut in die Leber aufgenommen und dort für die Gerinnung genutzt. K2 (besonders MK-7 aus Natto) bleibt länger im Blut und verteilt sich besser in Knochen und Gefässe. Deshalb wird K2 in der Diskussion um Osteoporose und Arteriosklerose häufiger erwähnt – zugelassene Gesundheitsaussagen bestehen aber nur für Vitamin K allgemein.

Gute Quellen

  • Vitamin K1: Grünkohl (~820 µg/100 g), Spinat (~483 µg), Broccoli (~141 µg), Petersilie (~1640 µg).
  • Vitamin K2 MK-7: Natto (fermentierte Sojabohnen, Japan) mit sehr hohem Gehalt (~1000 µg/100 g).
  • Vitamin K2 MK-4: Hühnerleber, Butter, Eigelb, Hartkäse.
Vitamin K – K1 vs. K2 (µg/100 g)Grünkohl (K1)~820Spinat (K1)~483Broccoli (K1)~141Natto (K2 MK-7)~1000Hartkäse (K2 MK-4)~76Grün = K1 (Leber/Gerinnung) · Blau = K2 (Knochen/Gefässe)
K1 und K2 haben unterschiedliche Verteilung im Körper – eine abwechslungsreiche Kost deckt beide Formen.

Häufige Fragen

Darf ich bei Warfarin-Therapie grünes Gemüse essen?

Ja – aber konstant. Starke Schwankungen in der Vitamin-K-Zufuhr destabilisieren die Gerinnungskontrolle. Richte eine gleichmässige Menge Blattgemüse ein und besprich jede Änderung mit dem Arzt.

Was sagt mein VKORC1-Gentest?

Der VKORC1-Test zeigt, welche Warfarin-Dosis du wahrscheinlich brauchst. Träger bestimmter Varianten benötigen weniger als die Hälfte der Standarddosis. In der Schweiz ist dieser pharmakogenetische Test klinisch verfügbar.

Sollte ich K2-Supplemente nehmen, wenn ich Vitamin D supplementiere?

Vitamin D erhöht die Kalziumaufnahme; K2 (MK-7) fördert die Einlagerung in Knochen statt in Gefässwände. Viele Fachleute empfehlen die Kombination, aber die Evidenz für gesunde Menschen ist noch nicht abschliessend.

Kann ein Mangel an Vitamin K bei Neugeborenen gefährlich sein?

Ja. Neugeborene haben noch kaum Vitamin-K-Reserven. Vitamin-K-Mangel-Blutungen (VKDB) können lebensbedrohlich sein. In der Schweiz wird deshalb kurz nach der Geburt Vitamin K prophylaktisch gegeben.

Kann man Vitamin K überdosieren?

Über Lebensmittel praktisch nicht. Hochdosierte Supplemente können die Wirkung von Gerinnungshemmern beeinflussen. Für gesunde Erwachsene gilt K2-MK7 bis 180 µg/Tag als unbedenklich.

Fazit

Vitamin K ist für Gerinnung und Knochen unverzichtbar, und genetische Varianten – besonders in VKORC1 – bestimmen, wie du auf dieses Vitamin und auf Gerinnungshemmer reagierst. Grünes Gemüse täglich, fermentierte Lebensmittel gelegentlich: damit ist der Bedarf für die meisten gut gedeckt. Bei Gerinnungsmedikamenten immer Rücksprache mit dem Arzt halten.

Quellen

  1. EU-Verordnung 1169/2011, Anhang XIII – Nährstoffbezugswerte (NRV).
  2. Rieder MJ et al.: Effect of VKORC1 haplotypes on transcriptional regulation and warfarin dose, N Engl J Med 2005.
  3. Schwalfenberg GK: Vitamins K1 and K2: The emerging group of vitamins required for human health, J Nutr Metab 2017.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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