Magnesium

Kurze Antwort

Magnesium (Mg) ist ein essenzieller Mineralstoff, der als Cofaktor in über 300 enzymatischen Reaktionen im menschlichen Körper beteiligt ist. Es unterstützt Muskel- und Nervenfunktion, den Energiestoffwechsel und die Knochenstruktur. Wie viel Magnesium dein Körper aufnimmt und speichert, hängt auch von deinen Genen ab.

Magnesium auf einen Blick
Symbol / Ordnungszahl Mg / 12
NRV (EU-Tagesbedarf) 375 mg für Erwachsene
Beste Nahrungsquellen Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, Vollkorn, grünes Blattgemüse, Banane
Zugelassene EU-Aussagen Energiestoffwechsel, Muskelfunktion, Nervensystem, Knochen, Proteinaufbau
Häufige Formen (Supplements) Magnesiumcitrat, -glycinat, -oxid, -chlorid
Genetik-Bezug TRPM6/TRPM7 (Resorption), FXYD2 (Nierenrückhalt), MUC1-Varianten

Magnesium ist nach Natrium, Kalium und Kalzium das vierthäufigste Kation im menschlichen Körper. Rund 60 % davon stecken in den Knochen, 20 % in der Muskulatur. Ein Magnesiummangel ist eine der häufigsten subklinischen Mangelerscheinungen – oft ohne klassische Symptome, aber mit Einfluss auf Energie, Schlaf und Herzrhythmus.

NRV-Rechner

Wie viel deckt eine Menge vom Tagesbedarf (Nährstoffbezugswert)? Nährstoff wählen, Menge einstellen.

Nährstoff

Aufgenommene Menge
80 mg

Anteil am Tagesbedarf (NRV)
NRV-Referenzwert
EU-Tagesbedarf (Erwachsene)
Einheit
mg = Milligramm · µg = Mikrogramm
Hinweis: Der NRV (Nährstoffbezugswert nach EU-Verordnung 1169/2011) ist ein Durchschnittswert für gesunde Erwachsene, keine individuelle Empfehlung. Mehr ist nicht automatisch besser – bei einigen Stoffen gibt es Höchstmengen. Keine Heilaussage; bei Fragen zur Einnahme ärztlichen Rat einholen.

Wofür der Körper Magnesium braucht

Die EU hat folgende gesundheitsbezogene Aussagen zu Magnesium zugelassen:

  • Trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • Trägt zur normalen Muskelfunktion bei.
  • Trägt zum normalen Energiestoffwechsel bei.
  • Trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei.
  • Trägt zur normalen Proteinsynthese bei.
  • Trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Erschöpfung bei.

Beste Magnesiumquellen in der Ernährung

Magnesium je 100 g (Richtwerte)
Lebensmittel Magnesium (mg)
Kürbiskerne ~540
Sonnenblumenkerne ~390
Mandeln ~270
Vollkornhafer ~130
Spinat (gekocht) ~80
schwarze Bohnen ~70
Magnesium je 100 g (mg, gerundet)Kürbiskerne~540Sonnenblumenkerne~390Mandeln~270Vollkornhafer~130Spinat (gekocht)~80Werte variieren je nach Sorte, Anbau und Zubereitung
Nüsse und Samen sind die konzentriertesten Magnesiumquellen – schon eine Handvoll Kürbiskerne deckt die Hälfte des Tagesbedarfs.

Supplements und Bioverfügbarkeit

Nicht alle Magnesiumformen sind gleich gut aufnehmbar. Organische Verbindungen (Citrat, Glycinat, Malat) zeigen in Studien eine bessere Bioverfügbarkeit als Magnesiumoxid. Magnesiumoxid ist die günstigste Form, wird aber wegen schlechter Resorption oft nur als Laxans eingesetzt. Für Schlaf und Entspannung wird Magnesiumglycinat empfohlen, für die Energieversorgung Magnesiummalat.

Häufige Fragen

Wie merke ich, ob ich zu wenig Magnesium habe?

Typische Zeichen sind Muskelkrämpfe (vor allem nachts), Erschöpfung, Schlafprobleme und Herzrasen. Ein Bluttest misst den Serumspiegel, der aber nur den freien Anteil abbildet – nicht das Gesamtkörper-Magnesium.

Wann sollte ich Magnesium einnehmen?

Abends vor dem Schlafengehen ist eine verbreitete Empfehlung, weil Magnesium zur Muskelentspannung beiträgt. Bei grossen Dosen kann es abführend wirken – dann aufteilen auf zwei Einnahmen täglich.

Kann man zu viel Magnesium einnehmen?

Über die Nahrung ist eine Überdosierung praktisch nicht möglich. Bei oralen Supplements können sehr hohe Dosen (über 250 mg zusätzlich je Tag) Durchfall verursachen; die Niere scheidet überschüssiges Magnesium aus. Bei Nierenerkrankungen muss die Supplementierung ärztlich begleitet werden.

Ist Magnesiumöl eine Alternative zu oralen Supplements?

Die transdermale Aufnahme ist nicht so gut belegt wie die orale. Für einen gesicherten Ausgleich eines Magnesiummangels empfiehlt die Wissenschaft orale Formen; topisches Magnesium kann aber als Ergänzung genutzt werden.

Warum brauchen Sportler mehr Magnesium?

Durch Schwitzen verliert der Körper Magnesium. Intensive Belastungen steigern ausserdem den Magnesiumverbrauch für Muskelkontraktion und Energieproduktion (ATP-Synthese braucht Mg²⁺ als Cofaktor).

Fazit

Magnesium ist ein unverzichtbarer Mineralstoff mit breitem Wirkungsspektrum und klar belegten EU-Gesundheitsaussagen. Dein genetisches Profil – vor allem TRPM6 und FXYD2 – bestimmt mit, wie effizient dein Körper Magnesium aufnimmt und zurückhält. Wer viel schwitzt, sich nährstoffarm ernährt oder genetisch ungünstig gestellt ist, profitiert von gezielter Supplementierung mit gut bioverfügbaren Formen.

Quellen

  1. EU-Verordnung 432/2012 – zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Magnesium.
  2. Konrad M et al.: TRPM6 and TRPM7 in magnesium homeostasis, Pflugers Arch 2005.
  3. Rosanoff A et al.: Suboptimal magnesium status in the United States, Nutr Rev 2012.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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