Roseroot

Kurze Antwort

Roseroot (Rhodiola rosea), auch Rosenwurz genannt, ist eine arktisch-alpine Pflanze, deren Wurzelextrakt als Adaptogen eingesetzt wird – ein Stoff, der dem Körper helfen soll, besser mit Stress umzugehen. Ob und wie gut Roseroot-Wirkstoffe wirken, ist zu einem Teil genetisch bedingt, weil Gene die Stresshormon-Verarbeitung und den Serotonin-Haushalt steuern.

Roseroot auf einen Blick
Botanischer Name Rhodiola rosea L. (Dickblattgewächse, Crassulaceae)
Verwendeter Teil Wurzelstock (Rhizom)
Hauptwirkstoffe Rosavin, Salidrosid (Tyrosol-Glucosid), Tyrosol
Charakteristikum rosenaromat. Geruch beim Anschneiden – namensgebend
Anwendung Stresskompensation, Erschöpfung, kognitive Leistung
Genetik-Bezug COMT-Gen, SLC6A4, CYP2C19 (Salidrosid-Metabolismus)

Roseroot wächst in Sibirien, Skandinavien, den Alpen und Island bis auf 2500 m Höhe. Wikinger sollen sie genutzt haben. Heute steckt Rosenwurz-Extrakt in vielen Stresspräparaten. Wissenschaftlich interessant ist vor allem Salidrosid, das in Tier- und Humanstudien die HPA-Achse (Stresshormonachse) moduliert.

Was Roseroot im Körper macht

Als Adaptogen – ein Begriff aus der russischen Pharmakologie – soll Roseroot die unspezifische Widerstandsfähigkeit gegen Stressoren erhöhen. Belegt ist:

  • HPA-Achse: Salidrosid moduliert Cortisol-Antwort auf akuten Stress (Tierstudien).
  • Serotonin/Dopamin: Rosavin hemmt schwach die Monoaminoxidase (MAO) – erhöht verfügbare Neurotransmitter.
  • Mitochondrien: Salidrosid schützt Mitochondrien vor oxidativem Stress in Zellstudien.
  • Kognition: Humanstudien zeigen kürzere Reaktionszeiten, weniger mentale Erschöpfung unter Salidrosid/Rosavin-Extrakt.

Klinische Studienlage

Roseroot in kontrollierten Studien (Auswahl)
Angerstädt et al., 2012 Reduktion von Burnout-Symptomen gegenüber Placebo (signifikant)
Olsson et al., 2009 Verbesserung mentale Erschöpfung nach 4 Wochen (SHR-5-Extrakt)
Bystritsky et al., 2008 Besserung bei generalisierter Angststörung (Pilotstudie)
EMA-Monografie Roseroot als „traditionelles pflanzliches Arzneimittel» bei Erschöpfung anerkannt (2012)
Roseroot-Wirkstoffe und ihre AngriffspunkteSalidrosidHPA-Achse, Mitochond.RosavinMAO-Hemmung (schwach)TyrosolantioxidativCOMT / SLC6A4Gene modulieren WirkungSHR-5-Standardextrakt: mind. 3 % Rosavin + 1 % Salidrosid
Salidrosid und Rosavin sind die wichtigsten Wirkstoffe; ihre Wirkung wird durch COMT- und SLC6A4-Varianten individuell moduliert.

Dosierung und Sicherheit

Standardisierter Extrakt SHR-5 (mind. 3 % Rosavin, 1 % Salidrosid): 200–400 mg pro Tag, morgens eingenommen. Bei Schlafstörungen lieber morgens, da Roseroot aktivierend wirken kann. In der Schweiz als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bzw. Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Mögliche Wechselwirkungen mit Antidepressiva (MAO-Hemmern, SSRIs) sind zu beachten. In Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Roseroot und Rhodiola?

Rhodiola rosea ist der botanische Name, Rosenwurz der deutsche Name, Roseroot der englische. Alle drei bezeichnen dieselbe Pflanze. Im Handel kursieren auch andere Rhodiola-Arten – nur R. rosea ist wissenschaftlich gut belegt.

Hilft Roseroot gegen Burnout?

Mehrere kontrollierte Studien zeigen Vorteile bei Stress-assoziierten Erschöpfungssymptomen. Die EMA erkennt Roseroot als traditionelles Pflanzenheilmittel bei dieser Indikation an.

Kann Roseroot zusammen mit Antidepressiva genommen werden?

Nicht ohne ärztliche Rücksprache. Rosavin kann die MAO schwach hemmen; kombiniert mit MAO-Hemmern oder SSRIs besteht ein theoretisches Serotonin-Syndrom-Risiko.

Wann ist die beste Zeit für die Einnahme?

Morgens oder frühmittags – Roseroot wirkt leicht aktivierend und kann abends den Schlaf stören.

Wie bestimmt das COMT-Gen meine Reaktion auf Roseroot?

Die COMT-Variante Val158Met beeinflusst, wie schnell Dopamin abgebaut wird. „Langsame» Abbauer (Met/Met) haben im Grundzustand mehr Dopamin – Roseroot kann bei ihnen anders wirken als bei schnellen Abbauern (Val/Val).

Fazit

Roseroot ist ein gut untersuchtes Adaptogen mit klarer EMA-Anerkennung für stressbedingten Erschöpfungssymptome. COMT- und SLC6A4-Genvarianten erklären, warum manche Menschen stark profitieren und andere wenig. Morgens einnehmen, auf Wechselwirkungen mit Antidepressiva achten.

Quellen

  1. Olsson, E.M.G. et al.: A randomised, double-blind, placebo-controlled, parallel-group study of the standardised extract SHR-5 of the roots of Rhodiola rosea in the treatment of subjects with stress-related fatigue, Planta Medica, 2009.
  2. EMA: Community herbal monograph on Rhodiola rosea L., rhizoma et radix, HMPC, 2012.
  3. Bystritsky, A. et al.: A pilot study of Rhodiola rosea for generalized anxiety disorder, Journal of Alternative and Complementary Medicine, 2008.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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