Tamarinde

Kurze Antwort

Tamarinde (Tamarindus indica) ist die süss-saure Frucht eines tropischen Baumes aus der Hülsenfruchtfamilie, der von Afrika bis Südostasien kultiviert wird. Das Fruchtfleisch ist reich an organischen Säuren, Ballaststoffen und Mineralstoffen. Wie gut dein Körper die Ballaststoffe und Polyphenole aus der Tamarinde nutzt, hängt auch von deinem Darmmikrobiom und damit von deinen Genen ab.

Tamarinde auf einen Blick
Botanisch Tamarindus indica (Fabaceae/Hülsenfrüchtler)
Herkunft Ostafrika; heute weltweit in Tropen kultiviert
Nährstoffe je 100 g Fruchtfleisch ~239 kcal, 62 g KH, 5 g Ballaststoffe, 2,8 mg Eisen
Geschmack süss-sauer durch Weinsäure und Zucker
Formen Paste, Konzentrat, getrocknet, frisch
Genetik-Bezug FUT2-Gen (Darmmikrobiom), SLCO1B1 (organische Anionentransporter)

Tamarinde ist wohl das vielseitigste Würzmittel der tropischen Küche. In der indischen Küche ist sie aus Tamarind-Chutney und Dal nicht wegzudenken, in der mexikanischen steckt sie in Agua Fresca und Süssigkeiten, in der Thai-Küche gibt sie Pad Thai die charakteristische Säure. Der wichtigste Säureträger ist die Weinsäure – das macht Tamarinde zu einer der säuersten natürlichen Früchte.

Nährstoffe und Wirkstoffe im Detail

  • Weinsäure (~7 g/100 g): macht Tamarinde stark sauer; unterstützt Verdauung, wirkt leicht abführend.
  • Eisen (2,8 mg/100 g): für eine Frucht relativ hoher Wert; nicht-Hämeisen, bei gleichzeitiger Vitamin-C-Aufnahme besser resorbierbar.
  • Kalium (~628 mg/100 g): wichtig für Herzmuskel und Blutdruck.
  • Ballaststoffe (~5 g/100 g): fördern Darmgesundheit und Sättigungsgefühl.
  • Antioxidative Polyphenole: Catechine und Procyanidine; aktivitätsstark in vitro.

Anwendung in der Küche

Tamarinde in der Praxis
Tamarindenpaste direkte Würze in Saucen, Marinaden, Currys
Konzentrat verdünnt als Getränkebasis, in Dressings
Getrocknet (Block) Einweichen, dann durch Sieb drücken
Frische Schoten direkt aus dem Hülsenfleisch lösen
Tamarinde: ausgewählte Nährstoffe je 100 gEisen2,8 mgKalium628 mgCalcium77 mgMagnesium92 mgPhosphor113 mgMineralstoffgehalt für eine Frucht vergleichsweise hoch; Werte nach USDA FoodData
Tamarinde liefert für eine Frucht beachtliche Mengen an Kalium, Phosphor und Magnesium – ihr Eisengehalt ist ebenfalls bemerkenswert.

Sicherheit und Hinweise

  • Lebertransplantat / Immunsuppression: Tamarinde kann Tacrolimus-Spiegel erhöhen (SLCO1B1-Effekt) – bei Immunsuppressiva-Einnahme ärztlich abklären.
  • Weichspüler-Mythos: Tamarinde enthält Weinsäure, keine Hydroxysäuren wie AHA – die hautpflegende Wirkung auf die Haut ist minimal.
  • Zahnschmelz: der hohe Säuregehalt kann bei dauerhaftem direktem Kontakt Zahnschmelz angreifen; nach dem Verzehr mit Wasser spülen.
  • Verdauung: grosse Mengen wirken abführend.

Häufige Fragen

Ist Tamarinde eine gute Eisenquelle?

Mit 2,8 mg Eisen je 100 g Fruchtfleisch ist Tamarinde für eine Frucht relativ eisenreich. Es handelt sich aber um nicht-Hämeisen (aus pflanzlichen Quellen), das schlechter resorbiert wird. Gleichzeitig etwas Vitamin C aufnehmen verbessert die Eisenabsorption.

Kann ich Tamarinde täglich essen?

In üblichen Kochmengen ja. Sehr grosse Mengen (mehr als 100 g Paste täglich) können durch die Weinsäure und den Zuckergehalt auf Dauer nachteilig sein.

Ist Tamarinde gut für die Verdauung?

Die Ballaststoffe und die Weinsäure in Tamarinde unterstützen die Verdauung und fördern die Darmpassage. Bei Verstopfung kann Tamarindenpaste in kleinen Mengen helfen.

Was ist Tamarindenpaste und wie wird sie verwendet?

Tamarindenpaste ist aus dem Fruchtfleisch hergestellte konzentrierte Würzpaste. Sie wird in der Küche direkt in Saucen, Dressings und Marinaden eingerührt – ein gestrichener Teelöffel reicht oft aus.

Warum wird Tamarinde in manchen Ländern mit Chili kombiniert?

Die Kombination aus Säure (Tamarinde), Schärfe (Chili) und Salz ist ein klassisches Geschmacksprofil in mexikanischen und südostasiatischen Küchen. Die Säure mildert die Schärfeintensität und bringt Tiefe.

Fazit

Tamarinde ist eine nährstoffreiche Frucht mit einem unverwechselbaren Geschmack und interessanten Ballaststoffen. Die Verwertung ihrer Polyphenole durch das Darmmikrobiom – und damit ihr gesundheitlicher Nutzen – ist individuell verschieden und hängt mitunter von Genvarianten wie FUT2 ab. Als Würzmittel in der Küche ist Tamarinde eine bereichernde und sichere Wahl.

Quellen

  1. USDA FoodData Central: Tamarind, raw, fdc.nal.usda.gov.
  2. Bhadoriya, S.S. et al.: Tamarindus indica: Extent of explored potential, Pharmacognosy Reviews, 2011.
  3. Tamai, I. et al.: Polymorphism of SLCO1B1 and its clinical relevance, Drug Metabolism and Pharmacokinetics, 2012.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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