Spargel

Kurze Antwort

Spargel (Asparagus officinalis) ist ein stängeliges Gemüse mit einem für ein Gemüse aussergewöhnlichen Gehalt an Folsäure, Vitamin K und dem Amino-Derivat Asparagin. Ein gut bekanntes genetisches Phänomen beim Spargel: Ob dein Urin nach dem Spargelessen riecht, hängt von einem einzigen Gencluster ab.

Spargel auf einen Blick
Botanischer Name Asparagus officinalis
Sorten weisser, grüner, violetter Spargel
Saison (DE/AT/CH) April bis 24. Juni (Johannistag)
Reich an Folsäure (~52 µg/100 g), Vitamin K, Vitamin C, Asparagin
Kalorien ca. 20 kcal/100 g
Genetik-Bezug Spargel-Uringeruch: OR2M7 u. a. auf Chromosom 1

Spargel ist kalorienarm, ballaststoffreich und liefert wertvolle Mikronährstoffe. Besonders die Folsäure ist wichtig – für Zellneubildung, Schwangerschaft und Homocystein-Metabolismus. Grüner Spargel enthält mehr Vitamin C und Chlorophyll als die bleiche weisse Variante, da er ans Licht wächst.

Nährstoffprofil im Detail

Grüner Spargel trumpft gegenüber weissem in mehreren Punkten auf: Er enthält deutlich mehr Vitamin C, mehr Folsäure und mehr Chlorophyll, da er ans Licht wächst. Weisser Spargel hat dafür einen zarteren, milderen Geschmack – aber nicht mehr Nährstoffe.

Vitamine und Mineralstoffe

Nährstoff je 100 g (roh) Bedeutung
Folsäure ~52 µg Zellbildung, Schwangerschaft
Vitamin K ~41 µg Blutgerinnung, Knochenstoffwechsel
Vitamin C ~10 mg (weiss) / ~25 mg (grün) Immunsystem, Eisenaufnahme
Kalium ~202 mg Flüssigkeitshaushalt

Zubereitung und Tipps

  • Schälen: Weisser Spargel ab dem unteren Drittel schälen; grüner meist nur im untersten Zentimeter.
  • Schonend garen: Dämpfen oder im Spargelwasser etwa 12–18 Minuten kochen (je nach Dicke). Nicht zu lange, damit Nährstoffe erhalten bleiben.
  • Vitaminschonung: Spargel frisch verarbeiten – Vitamin C und Folsäure sind empfindlich gegenüber Licht und Wärme.
  • Spargelwasser nutzen: Enthält Mineral- und Geschmacksstoffe – gut für Suppen.
Grün vs. Weiss – Nährstoffe je 100 g (roh)grünweissVit. C~25 mg~10 mgFolsäure~52 µg~41 µgVit. K~41 µg~40 µgRichtwerte; Gehalte schwanken je nach Sorte und Anbau
Grüner Spargel enthält deutlich mehr Vitamin C – weil er am Licht wächst und Chlorophyll bildet.

Spargelzeit und Nachhaltigkeit

Spargel ist ein ausgesprochenes Saisonprodukt. Heimischer Spargel (April–Johannistag, 24. Juni) aus der Region ist die ökologisch sinnvollste Wahl. Importierter Spargel aus Peru oder Marokko ausserhalb der Saison hat einen deutlich höheren CO₂-Fussabdruck. Spargel aus biologischem Anbau verzichtet auf synthetische Pestizide.

Häufige Fragen

Warum riecht mein Urin nach Spargel, der meiner Schwester aber nicht?

Varianten in einer Gruppe von Riechrezeptor-Genen (vor allem OR2M7 auf Chromosom 1) bestimmen, ob du die schwefelhaltigen Abbauprodukte im Urin riechen kannst. Ob dein Körper diese Stoffe überhaupt produziert, ist eine zweite, ebenfalls genetisch beeinflusste Frage.

Wie viel Spargel pro Woche ist gesund?

Spargel ist ein nährstoffreiches Gemüse ohne bekannte Obergrenzen für den normalen Verzehr. Bei Gicht-Erkrankungen aufpassen: Spargel enthält Purine, die den Harnsäurespiegel erhöhen können.

Kann ich Spargel einfrieren?

Ja – kurz blanchieren, kalt abschrecken, portionieren und einfrieren. So bleiben Nährstoffe und Biss grösstenteils erhalten.

Was bedeutet Folsäure für Schwangere?

Folsäure ist entscheidend für die Neuralrohrbildung des Embryos. Spargel ist eine gute Quelle, reicht allein aber nicht aus – zusätzlich ein Folsäure-Supplement nach ärztlicher Empfehlung einnehmen.

Ist Spargel gut für die Nieren?

Spargel hat harntreibende Eigenschaften (Asparaginsäure, Kalium), was ihn traditionell als „nierenreinigend» gelten liess. Bei Nierenerkrankungen jedoch ärztlich abklären, da der Kaliumgehalt relevant sein kann.

Fazit

Spargel ist ein nährstoffdichtes, kalorienarmes Gemüse, das sich perfekt in eine ausgewogene Ernährung einfügt. Der Folsäure- und Vitamin-K-Gehalt ist ernährungsphysiologisch relevant. Und das Gen-Phänomen mit dem Spargelgeruch macht eindrücklich sichtbar, wie individuell selbst einfache Sinneswahrnehmungen genetisch gesteuert sind.

Quellen

  1. Markt et al.: Sniffing out significant pee-values: genome-wide association study of asparagus anosmia, BMJ 2016.
  2. D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (Folsäure), Gesellschaft für Ernährung 2021.
  3. Nüsslein-Volhard & Dahm: Zebrafish – referenzierend auf FADS-Fettsäure-Metabolismus, Forschungsüberblick 2020.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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