Shea Butter

Kurze Antwort

Sheabutter ist ein pflanzliches Fett aus den Nüssen des westafrikanischen Sheabaums (Vitellaria paradoxa), das zu je etwa 40 % Stearinsäure und Ölsäure besteht und seit Jahrhunderten in Hautpflege und Kochen eingesetzt wird. Wie gut deine Haut auf die Fettsäuren reagiert, hängt auch von genetischen Varianten deiner Hautbarriere ab.

Sheabutter auf einen Blick
Botanischer Name Vitellaria paradoxa (Sapotaceae)
Herkunft Westafrika (Ghana, Burkina Faso, Mali)
Hauptfettsäuren Stearinsäure 35–50 %, Ölsäure 40–55 %
Wichtige Begleitstoffe Allantoin, Vitamin E (Tocopherole), Phytosterole
Anwendung primär äusserlich; auch in Lebensmitteln (Kakaobutter-Alternative)
Genetik-Bezug Hautbarriere-Gen FLG, Fettsäure-Metabolismus FADS1/FADS2

Sheabutter ist in Westafrika ein wirtschaftlich und kulturell bedeutendes Produkt, das häufig von Frauenkooperativen hergestellt wird. In der Naturkosmetik ist sie ein Basiszutat in Lotionen, Lippenbalsam und Haarpflegeprodukten. Ihre Besonderheit liegt in der Kombination aus hautidentischer Stearinsäure und dem hautpflegenden Allantoin.

Fettsäureprofil im Detail

Sheabutter fällt unter die halbfesten Pflanzenfette wegen ihres hohen Stearinsäureanteils. Stearinsäure ist gesättigt, aber – anders als Palmitinsäure – weitgehend neutral für den Cholesterinspiegel, weil sie rasch zu Ölsäure umgewandelt wird.

Typische Fettsäurezusammensetzung

Fettsäure Anteil Besonderheit
Ölsäure (C18:1) 40–55 % emollient, hautglättend
Stearinsäure (C18:0) 35–50 % strukturgebend, macht Butter fest
Linolsäure (C18:2) 3–9 % essenzielle Omega-6, Ceramid-Baustein
Palmitinsäure (C16:0) 3–6 % hautidentisch

Anwendung in der Hautpflege

  • Pur auf trockene Haut: zwischen Handflächen erwärmen, dann auf Ellbogen, Knie oder Lippen auftragen.
  • Haarmaske: eine Nuss Sheabutter vom Handballen in die trockenen Haarspitzen einmassieren; 30 Minuten einwirken, auswaschen.
  • Selbst gemachte Lotion: mit Jojobaöl und ätherischen Ölen kombinieren (Emulsifikator nötig).
  • Allergie-Hinweis: Sheabutter stammt aus einer Nuss; bei bekannter Baumnussallergie zunächst Patch-Test und ärztliche Beratung.
Sheabutter – Fettsäureprofil (Anteil in %)Ölsäure40–55 %Stearinsäure35–50 %Linolsäure3–9 %Palmitinsäure3–6 %Gehalte schwanken je nach Herkunft, Ernte und Verarbeitungsgrad
Ölsäure und Stearinsäure dominieren gemeinsam rund 90 % des Fettsäureprofils von Sheabutter.

Qualitätsmerkmale und Einkauf

Rohes (unraffiniertes) Sheabutter ist cremig-weiss bis hellgrau, hat einen leicht nussigen Eigengeruch und enthält alle Begleitstoffe (Allantoin, Tocopherole, Phytosterole). Raffiniertes Sheabutter ist weisg geruchlos und haltbarer, aber ärmer an Wirkstoffen. Für Hautpflege gilt: unraffiniert bevorzugen. Zertifizierungen wie fair trade oder Bio bieten Hinweise auf ethische Herstellung.

Häufige Fragen

Darf ich Sheabutter bei Nussallergie verwenden?

Sheabutter enthält Proteinreste aus der Vitellaria-Nuss. Bei bekannter Baumnussallergie (auch Latex-Frucht-Syndrom) zunächst Patch-Test und ärztliche Abklärung. Stark raffinierte Sheabutter hat weniger Restprotein.

Verstopft Sheabutter die Poren?

Die Komedogenitäts-Skala gibt Sheabutter einen niedrigen Wert (0–2 von 5). Für sehr fettige Haut oder ausgeprägte Akne ist sie dennoch nicht ideal – eher für trockene, normale oder reife Haut.

Kann man Sheabutter essen?

Ja – raffiniertes Sheabutter wird in der Lebensmittelindustrie als Kakaobutterersatz und in Schokolade eingesetzt. Roh geräuchertes Sheabutter ist in westafrikanischer Küche traditionell.

Wie unterscheidet sich Sheabutter von Kakaobutter?

Kakaobutter (Theobroma cacao) hat mehr Palmitinsäure und weniger Ölsäure, ist härter und hat den typischen Schokoladenduft. Sheabutter ist weicher, reicher an Ölsäure und geruchsärmer.

Wie lange hält Sheabutter?

Unraffiniertes Sheabutter hält kühl gelagert 1–2 Jahre. Direktes Sonnenlicht und Hitze beschleunigen Oxidation. Bei ranzigem Geruch nicht mehr verwenden.

Fazit

Sheabutter ist ein vielseitiges, natürliches Fett mit einer plausiblen Wirkung auf Hautfeuchte und -barriere – besonders hilfreich für Menschen mit trockenem Hauttyp oder FLG-bedingter Barrieresteife. Für Hautpflege unraffiniertes Qualitätsprodukt bevorzugen; bei Nussallergie vorher abklären.

Quellen

  1. Akihisa et al.: Triterpene alcohols from shea (Vitellaria paradoxa) kernel fat, Phytochemistry 2010.
  2. Palmer et al.: Common loss-of-function variants of the epidermal barrier protein filaggrin, Nature Genetics 2006.
  3. Mack Correa et al.: Transepidermal water loss and skin conductance in healthy adults, British Journal of Dermatology 2012.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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