Die Kakadu-Pflaume (Terminalia ferdinandiana) ist eine australische Wildfrucht, die mit bis zu 3000 mg Vitamin C je 100 g den höchsten natürlichen Vitamin-C-Gehalt aller bekannten Lebensmittel aufweist. Warum der Mensch dieses Vitamin überhaupt aus der Nahrung braucht, erklärt ein stummgeschaltetes Gen in unserer eigenen DNA.
| Botanik | Terminalia ferdinandiana, Familie Combretaceae |
|---|---|
| Herkunft | Nordaustralien (Kimberley, Arnhem Land) |
| Vitamin-C-Gehalt | bis 3000 mg/100 g (Frischfrucht, je nach Ernte) |
| Weitere Inhaltsstoffe | Gallussäure, Ellagsäure, Lutein, Folat |
| Verwendung | Extrakt in Kosmetik, Nahrungsergänzung, Lebensmittel |
| Genetik-Bezug | GULO-Pseudogen (Mensch kann kein Vitamin C synthetisieren), Transporter SLC23A1/A2 |
Indigene Australierinnen und Australier nutzten die Kakadu-Pflaume über Jahrtausende als Nahrung und Heilmittel. Heute interessiert sie die Forschung vor allem wegen ihres aussergewöhnlichen Vitamin-C-Gehalts und ihrer polyphenolreichen Zusammensetzung. In der Schweiz ist sie vor allem als Extrakt in Kosmetikprodukten oder Nahrungsergänzungen erhältlich.
Warum der Vitamin-C-Gehalt so variiert
Der Vitamin-C-Gehalt der Kakadu-Pflaume schwankt stark – von rund 500 mg bis über 3000 mg je 100 g Frischgewicht – je nach Reifegrad, Standort, Jahreszeit und Erntezeitpunkt. Verarbeitete Extrakte haben ebenfalls variable Gehalte. Bei Kosmetikprodukten ist der Gehalt oft unklar; hier wirkt hauptsächlich die antioxidative Gallus- und Ellagsäure.
Wirkstoffe jenseits von Vitamin C
- Gallussäure: starkes Polyphenol mit antioxidativen Eigenschaften, stabil auch nach Verarbeitung.
- Ellagsäure: entsteht aus Ellagitanninen; in der Forschung wegen zellschützender Eigenschaften von Interesse.
- Lutein: Carotinoid, relevant für den Schutz der Augen vor oxidativem Stress.
- Folat: wichtig für Zellteilung und DNA-Synthese.
Anwendung und Rechtslage in der Schweiz
Als Lebensmittel ist die Kakadu-Pflaume in der EU und der Schweiz noch kein Novel Food und muss entsprechend bewertet werden, wenn sie als neues Lebensmittel vermarktet wird. Als kosmetischer Inhaltsstoff ist sie frei erhältlich und in vielen Seren und Cremes zu finden. Nahrungsergänzungsmittel mit Kakadu-Pflaume-Extrakt sollten in der Schweiz den lebensmittelrechtlichen Anforderungen entsprechen – ärztliche Rücksprache empfehlenswert bei Einnahme hoher Vitamin-C-Mengen und bestehenden Nierenerkrankungen.
Häufige Fragen
Ist die Kakadu-Pflaume das nährstoffreichste Lebensmittel der Welt?
Im Hinblick auf Vitamin C führt sie alle Ranglisten an. Bei anderen Nährstoffen wie Proteinen, Mineralstoffen oder Fettsäuren gibt es nährstoffreichere Quellen.
Kann man die Kakadu-Pflaume frisch kaufen?
In Europa kaum – frische Früchte sind extrem verderblich und werden praktisch nicht exportiert. In der Schweiz ist sie vor allem als gefriergetrocknetes Pulver oder Extrakt erhältlich.
Warum braucht der Mensch Vitamin C aus der Nahrung?
Weil das GULO-Gen, das die Eigensynthese ermöglicht, beim Menschen vor Millionen Jahren stillgelegt wurde. Es ist ein klassisches Beispiel für ein Pseudogen.
Lohnt sich Kakadu-Pflaume für die Hautpflege?
Die enthaltenen Polyphenole (Gallus- und Ellagsäure) sind antioxidativ und stabil. Ob Vitamin C in einem Kosmetikprodukt wirksam bleibt, hängt stark von der Formulierung und Lagerung ab.
Gibt es Nebenwirkungen?
In Nahrungsmengen ist Kakadu-Pflaume unbedenklich. Sehr hohe Vitamin-C-Dosen aus Präparaten können bei Nierensteingefährdeten problematisch sein. Immer die Gesamtzufuhr im Blick behalten.
Fazit
Die Kakadu-Pflaume ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Pflanzenwelt und Genetik zusammenwirken: Sie ist die Vitamin-C-reichste bekannte Frucht der Erde – und wir brauchen dieses Vitamin nur deshalb aus der Nahrung, weil ein Gen in uns längst verstummt ist. Als Extrakt hat sie besonders in der Kosmetik echtes Potenzial.
Quellen
- Cunningham, E.: What is kakadu plum?, Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, 2013.
- Nishikimi, M. et al.: The human GULO pseudogene, Journal of Biological Chemistry, 1994.
- Jurikova, T. et al.: Fruits of Terminalia ferdinandiana, Molecules, 2016.
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.
