Hijiki (Sargassum fusiforme) ist eine braune Meeresalge aus dem Westpazifik, die in der japanischen Küche traditionell als eisenreiches Meeresgemüse gilt – aber in der Schweiz und der EU wegen erhöhter anorganischer Arsengehalte offiziell nicht zum Verzehr empfohlen wird. Genetisch interessant: Wie gut du Jod und Eisen aus Hijiki aufnimmst, hängt von Varianten in Schilddrüsen- und Transportergenen ab.
| Wissenschaftlicher Name | Sargassum fusiforme (früher: Hizikia fusiforme), Familie Sargassaceae |
|---|---|
| Herkunft | Küstengewässer Japan, Korea, China |
| Nährstoffe (getrocknet) | Kalzium, Eisen, Jod, Vitamin K, Ballaststoffe (Alginat, Fucoidan) |
| Sicherheitswarnung EU/CH | Erhöhte Gehalte an anorganischem Arsen – BLV/EFSA raten vom regelmässigen Verzehr ab |
| Anwendung Japan | Salate, Reisbeilagen (nach Einweichen und Kochen) |
| Genetik-Bezug | SLC26A4 (Jodtransport/Schilddrüse), TMPRSS6 (Eisen-Hepcidin-Achse), SLC22A4 |
In Japan gehört Hijiki zur traditionellen Küche und gilt als Symbol für Langlebigkeit. In Europa und der Schweiz sieht die Behördenlage anders aus: Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) und die EFSA warnen vor regelmässigem Hijiki-Verzehr wegen erhöhter anorganischer Arsenkonzentrationen. Bevor wir auf die Nährstoffe eingehen – dieser Sicherheitshinweis ist zentral.
Sicherheitshinweis zu anorganischem Arsen
Dies ist der wichtigste Punkt dieses Eintrags. Hijiki akkumuliert aus dem Meerwasser anorganisches Arsen – die toxischere Form, die von organischen Arsenverbindungen (in Fisch natürlich vorkommend und weniger giftig) unterschieden werden muss. Anorganisches Arsen ist als krebserzeugend (IARC Gruppe 1) eingestuft. Für Hijiki gelten folgende Empfehlungen:
- BLV Schweiz, FSA Grossbritannien, EFSA EU: Verzehr nicht empfohlen; wenn überhaupt, nur sehr gelegentlich und nicht regelmässig.
- Kanada (Health Canada): Verkauf von Hijiki-Produkten verboten.
- Japan: Keine Verbote, aber offizielle Hinweise zum Mass halten.
- Zubereitung: Einweichen und Kochen reduziert Arsengehalt um bis zu 60 % – eliminiert ihn aber nicht vollständig.
Nährstoffprofil (unter Vorbehalt)
Ungeachtet der Sicherheitsbedenken ist Hijiki nährstoffreich:
- Kalzium: Getrocknetes Hijiki enthält sehr hohe Kalziummengen (bis 1400 mg/100 g getrocknete Alge – nach Hydratisierung deutlich weniger)
- Eisen: Hoch – aber nicht-Hämeisen aus Pflanzen/Algen ist schlechter bioverfügbar als Hämeisen
- Ballaststoffe (Fucoidan, Alginat): Präbiotisch wirksam; Fucoidan wird auf antikoagulante Eigenschaften erforscht
- Jod: Sehr hohe Gehalte – Vorsicht bei Schilddrüsenerkrankungen
Alternativen zu Hijiki
Wer die Nährstoffe von Meeresalgen nutzen möchte, ohne das Arsenrisiko, hat gute Optionen: Nori (Porphyra) und Wakame enthalten wenig anorganisches Arsen. Chlorella und Spirulina sind Süsswasseralgen ohne dieses Problem. Für Kalzium und Eisen sind zahlreiche andere Lebensmittel besser geeignet.
Häufige Fragen
Ist Hijiki in der Schweiz verboten?
Nicht formal verboten, aber das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) empfiehlt, Hijiki nicht regelmässig zu essen. In Kanada ist der Verkauf verboten. In der EU sind Importbeschränkungen und Kontrollen in Kraft.
Wie reduziert man den Arsengehalt in Hijiki?
Einweichen in kaltem Wasser (30–60 min, Wasser wechseln) und anschliessendes Kochen kann den Arsengehalt um bis zu 60 % reduzieren – eliminiert ihn aber nicht vollständig. Das Einweichwasser muss immer weggegossen werden.
Warum ist anorganisches Arsen gefährlicher als organisches?
Anorganisches Arsen (z. B. Arsenit, Arsenat) ist für den Körper direkt toxisch und krebserzeugend (IARC Gruppe 1). Organische Arsenverbindungen in Fisch (z. B. Arsenobetain) werden schnell ausgeschieden und gelten als weitgehend ungefährlich.
Kann mein Erbgut das Arsenrisiko beeinflussen?
Ja, in gewissem Masse. Gene der Arsen-Methylierung (AS3MT) beeinflussen, wie schnell du anorganisches Arsen ausscheidest. Menschen mit AS3MT-Varianten, die langsam methylieren, akkumulieren mehr anorganisches Arsen.
Fazit
Hijiki ist eine nährstoffreiche Meeresalge mit langer Tradition in Japan – aber ihr erhöhter anorganischer Arsengehalt macht regelmässigen Verzehr in der Schweiz und EU problematisch. Genetisch beeinflusst, wie dein Körper Jod, Eisen und Arsen aus Hijiki verarbeitet. Für den Alltag empfehlen sich arsenarme Alternativen wie Nori oder Wakame.
Quellen
- FSA UK: Inorganic arsenic in hijiki seaweed – consumer advice, Food Standards Agency, 2004 (updated 2021).
- EFSA: Scientific opinion on arsenic in food, EFSA Journal, 2009.
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit BLV: Meeresalgen und Arsengehalte, 2023.
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.
