Emuöl

Kurze Antwort

Emuöl ist ein tierisches Körperfett, das aus dem Rückenspeck des Emus (Dromaius novaehollandiae) gewonnen wird und von den Aborigines Australiens seit Jahrtausenden als Haut- und Wundpflegemittel genutzt wird. Das Öl enthält vor allem Ölsäure, Palmitoleinsäure und Omega-3-Fettsäuren – wie gut es in deine Haut eindringt, hängt auch von deiner genetisch mitbestimmten Hautbarriere ab.

Emuöl auf einen Blick
Herkunft Fettschicht des Emus (Dromaius novaehollandiae, Australien)
Fettsäureprofil Ölsäure (Omega-9) ~50 %, Palmitoleinsäure ~20 %, Linolsäure (Omega-6) ~20 %, Omega-3 ~2 %
Anwendung Äusserlich: Hautpflege, Massage, empfindliche Haut; NICHT essen
Verdünnung Wird meist pur oder hochkonzentriert verwendet (Trägeröl-ähnlich)
Tierethik Emuöl ist ein Nebenprodukt der australischen Emufleischwirtschaft
Genetik-Bezug Hautbarriere-Gen FLG (Filaggrin), Fettsäure-Transporter

Emuöl wird in der Dermatologie manchmal für trockene, irritierte oder rissige Haut diskutiert. In Australien ist die Produktion reguliert; weltweit schwankt die Qualität stark. Wichtig: Emuöl ist ausschliesslich ein äusserliches Pflegeprodukt und kein Lebensmittel oder Arzneimittel.

Verdünnungs-Rechner

Wie viele Tropfen ätherisches Öl auf deine Trägeröl-Menge? Wähle Menge und Konzentration.

Trägeröl-Menge
30 ml

5100200 ml
Konzentration
Ätherisches Öl
Tropfen
Konzentration
Anteil ätherisches Öl
Menge ätherisches Öl
≈ 20 Tropfen je ml
Geeignet für
Richtwert
Hinweis: Ätherische Öle nie unverdünnt auf die Haut. Vor der ersten Anwendung einen Hauttest (Ellenbeuge) machen. Bei Schwangerschaft, Kindern und Haustieren gelten besondere Vorsichten. Werte sind rechnerische Richtwerte, keine medizinische Empfehlung.

Fettsäuren im Emuöl und ihre Rolle für die Haut

Emuöl enthält keine Phospholipide und gilt als hypoallergen. Seine Hauptfettsäuren sind:

  • Ölsäure (Omega-9, ~50 %): Unterstützt die Lipidbarriere der Haut und verbessert die Feuchtigkeitsbindung.
  • Palmitoleinsäure (~20 %): Wird mit dem Tiefeneindringen ins Stratum corneum in Verbindung gebracht.
  • Linolsäure (Omega-6, ~20 %): Wichtig für den Aufbau von Ceramiden in der Hautbarriere.
  • Alpha-Linolensäure (Omega-3, ~2 %): In geringen Mengen vorhanden; entzündungsmodulierend.

Anwendungsgebiete (äusserlich)

  • Trockene und rissige Haut: Als Feuchtigkeitspflege, vor allem im Winter oder nach Sonnenbrand.
  • Empfindliche Haut / Neurodermitis: Manche Betroffene berichten von Linderung – klinische Belege sind begrenzt.
  • Narbenpflege: Einsatz in der Physiotherapie nach Verletzungen, wissenschaftlich aber nicht abschliessend belegt.
  • Mischung mit ätherischen Ölen: Emuöl eignet sich als Trägeröl; der Rechner oben hilft bei der Dosierung.
Fettsäuren in Emuöl (ca. %)Ölsäure (Ω-9)~50 %Palmitoleinsäure~20 %Linolsäure (Ω-6)~20 %Alpha-Linolensäure (Ω-3)~2 %Werte variieren je nach Tierhaltung und Verarbeitungsverfahren
Emuöl ist reich an Ölsäure und Palmitoleinsäure – beide relevant für die Hautpenetration und Lipidbarriere.

Qualität und Tierschutz

In Australien ist die Emuzucht gesetzlich geregelt; Emuöl entsteht als Nebenprodukt der Fleischproduktion. Ausserhalb Australiens gibt es keine einheitlichen Qualitätsstandards. Achte auf zertifizierte Produkte (z. B. American Emu Association Certified) und vermeide Produkte ohne Herkunftsnachweis. Emuöl kann ranzig werden – auf Geruch und Verfallsdatum achten.

Häufige Fragen

Kann ich Emuöl auf entzündliche Hautstellen auftragen?

Bei entzündeter Haut zuerst einen Hauttest machen und ärztlichen Rat einholen. Klinische Belege für eine entzündungshemmende Wirkung bei Ekzemen sind begrenzt.

Ist Emuöl tierethisch vertretbar?

Emuöl entsteht als Nebenprodukt der Emufleischproduktion. Veganer verwenden es nicht. Wer tierische Produkte ablehnt, greift auf pflanzliche Alternativen wie Jojobaöl zurück.

Wie unterscheidet sich Emuöl von Jojobaöl?

Jojobaöl ist kein Öl, sondern ein Wachsester und daher sehr stabil. Emuöl enthält mehr Ölsäure und Palmitoleinsäure, dringt tiefer ein. Beide eignen sich als Trägeröl.

Gibt es Allergierisiken bei Emuöl?

Emuöl gilt als hypoallergen, weil es keine Eiweisse enthält. Reaktionen sind selten, aber möglich. Immer Ellenbeugentest vor dem Gebrauch auf grösseren Flächen.

Darf ich Emuöl essen?

Nein. Emuöl ist ausschliesslich zur äusserlichen Anwendung bestimmt und kein Lebensmittel.

Fazit

Emuöl ist ein tierisches Pflegeöl mit interessantem Fettsäureprofil und langer Tradition in der indigenen australischen Heilkunde. Für die Haut sind vor allem Ölsäure und Palmitoleinsäure relevant. Wie gut du das Öl verträgst und wie tief es eindringt, hängt auch von deiner genetisch mitbestimmten Hautbarriere (FLG) ab. Qualität, Herkunft und ein Hauttest sind vor der Anwendung entscheidend.

Quellen

  1. Zemtsov A et al.: Emu oil for skin conditions, The Journal of the American Academy of Dermatology, 1996.
  2. Palmer CN et al.: Common loss-of-function variants of the epidermal barrier protein filaggrin are a major predisposing factor for atopic dermatitis, Nature Genetics, 2006.
  3. American Emu Association: Quality Certified Emu Oil Standards, 2022.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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