Hagebutte

Kurze Antwort

Die Hagebutte ist die Scheinfrucht der Heckenrose (Rosa canina) und zählt zu den vitamin-C-reichsten Wildfrüchten Europas, mit bis zu 1.500 mg je 100 g Frischgewicht. Wie gut dein Körper dieses Vitamin C aufnimmt und speichert, steuern u. a. die Transporter-Gene SLC23A1 und SLC23A2 – ein klassischer Befund aus der Nutrigenomik.

Hagebutte auf einen Blick
Botanik Rosa canina (Hundsrose), Familie Rosaceae
Hauptwirkstoffe Vitamin C, Carotinoide, Flavonoide, GOPO (Galactolipid)
Vitamin C 500–1.500 mg/100 g (frisch, je nach Sorte)
Ernte September–November, nach dem ersten Frost
Formen Tee, Pulver, Marmelade, Kapseln
EU-Healthclaims Vitamin C: Immunsystem, Kollagen, Eisenaufnahme (VO 432/2012)
Genetik-Bezug SLC23A1/SLC23A2 (Vitamin-C-Transporter), VDR, Entzündungs-SNPs

Hagebutten wachsen in Hecken und an Wegrändern, reifen nach dem ersten Frost und lassen sich zu Tee, Marmelade oder Pulver verarbeiten. Ihr aussergewöhnlicher Vitamin-C-Gehalt macht sie zu einer traditionellen Erkältungszeit-Zutat. Darüber hinaus enthält die Hagebutte ein besonderes Galactolipid namens GOPO, das in Studien zur Gelenkgesundheit untersucht wurde.

Nährstoffe und Wirkstoffe

Frische Hagebutten enthalten neben Vitamin C auch Carotinoide (Beta-Carotin, Lycopin), Flavonoide (Quercetin, Rutin), Vitamin E, Vitamin K sowie Kalzium, Magnesium und Eisen. Das Galactolipid GOPO (nur in Hagebutten-Pulver aus unbehandelten Früchten enthalten) wurde in klinischen Studien bei Osteoarthritis-Patienten untersucht – in der EU sind dazu jedoch noch keine gesundheitsbezogenen Aussagen zugelassen.

Vitamin-C-Verlust durch Verarbeitung

  • Frisch oder gefroren: höchster Vitamin-C-Gehalt
  • Getrockneter Tee: starker Verlust durch Hitze beim Darren
  • Kalt gerührte Marmelade / Rohkost-Pulver: guter Erhalt der Wirkstoffe
  • Heisser Aufguss: Vitamin C empfindlich – kurz ziehen lassen, nicht kochen
Vitamin C je 100 g (mg, frisch)Hagebutte~1.000Acerola~1.700 (frisch variabel)Sanddorn~200Paprika rot~140Orange~50Werte je nach Sorte, Reifegrad und Verarbeitung stark schwankend
Hagebutte und Acerola gehören zu den Spitzenreitern beim Vitamin-C-Gehalt unter europäischen und tropischen Früchten.

Anwendung und Zubereitung

Hagebutten müssen vor dem Verzehr von ihren Kernen und Härchen befreit werden – diese können Schleimhäute reizen. Als Tee kurz ziehen lassen (nicht kochen). Hagebuttenpulver lässt sich ins Müsli, in Joghurt oder Smoothies einrühren. Für Gelenkunterstützung wird spezielles GOPO-haltiges Hagebuttenpulver verwendet; in der Schweiz sind entsprechende Produkte erhältlich, aber keine Heilversprechen damit erlaubt.

Häufige Fragen

Wann sollte ich Hagebutten ernten?

Am besten nach dem ersten Frost (ab Oktober bis November). Frost macht die Früchte weicher und süsser. Du kannst Hagebutten aber auch vorher ernten und kurz einfrieren.

Wie viel Vitamin C liefert ein Hagebuttentee?

Leider weniger als erwartet: Beim Trocknen und Kochen geht viel Vitamin C verloren. Rohes Hagebuttenpulver oder kalt gerührte Marmelade sind deutlich ergiebiger.

Hilft Hagebutte gegen Gelenkschmerzen?

Für das Galactolipid GOPO aus Hagebuttenpulver gibt es positive Studiensignale bei Arthrose. In der EU sind dafür aktuell keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen erlaubt. Dieser Text ist kein Heilversprechen.

Können Hagebutten-Härchen gefährlich sein?

Die Härchen um die Kerne können Schleimhäute reizen. Deshalb Hagebutten immer gut verarbeiten – Halbieren, Kerne und Härchen entfernen oder fertiges Pulver verwenden.

Hat Hagebutte Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Hohe Dosen Vitamin C können die Wirkung von Warfarin und anderen Blutverdünnern beeinflussen. Bei Einnahme solcher Medikamente ärztliche Beratung einholen.

Fazit

Die Hagebutte ist eine europäische Wildpflanze mit beeindruckendem Nährstoffprofil. Ihr Vitamin-C-Reichtum und spezielle Pflanzenstoffe wie GOPO machen sie interessant für Küche und Naturheilkunde – aber wie gut du von ihr profitierst, hängt auch von deinen Vitamin-C-Transporter-Genen ab. Roh oder schonend verarbeitet bringt sie am meisten.

Quellen

  1. Willich, S.N. et al.: Rose hip herbal remedy in patients with rheumatoid arthritis, Phytomedicine, 2010.
  2. Michels, A.J. et al.: SLC23A1 and SLC23A2 variants influence vitamin C concentrations, Am. J. Clin. Nutr., 2013.
  3. BLV Schweiz: Vitamin-C-Referenzwerte und Lebensmittelkennzeichnung, 2024.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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