Mangan

Kurze Antwort

Mangan (Mn) ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper täglich in kleinen Mengen über die Nahrung aufnehmen muss. Es aktiviert Schlüsselenzyme im Knochenstoffwechsel, im Energiehaushalt und im antioxidativen Schutzsystem – und genetische Varianten im Mangantransporter-Gen SLC39A8 beeinflussen, wie viel Mangan dein Körper aus der Nahrung aufnimmt.

Mangan auf einen Blick
Chemisches Symbol Mn, Ordnungszahl 25
NRV (EU-Tagesbedarf) 2 mg für Erwachsene
Reiche Quellen Vollkornprodukte, Nüsse (Haselnuss, Pekannuss), grünes Blattgemüse, Tee
Schlüsselfunktionen Knochen, Superoxiddismutase (SOD2), Glukosestoffwechsel
Mangel selten; Knochenschwäche, Fertilitätsstörungen, erhöhter oxid. Stress
Genetik-Bezug SLC39A8 (Mangantransporter), SOD2 Val16Ala (antioxidatives Enzym)

Mangan ist kein Spurenelement, dem man im Alltag grosse Aufmerksamkeit schenkt – und das zu Recht, denn ein Mangel ist bei normaler Ernährung selten. Trotzdem ist Mangan unverzichtbar: Es aktiviert u. a. die mitochondriale Superoxiddismutase (MnSOD, kodiert durch SOD2) – das wichtigste antioxidative Enzym innerhalb der Mitochondrien. Ausserdem ist Mangan Kofaktor für Enzyme der Knorpel- und Knochenbildung sowie des Aminosäurestoffwechsels.

NRV-Rechner

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Nährstoff

Aufgenommene Menge
80 mg

Anteil am Tagesbedarf (NRV)
NRV-Referenzwert
EU-Tagesbedarf (Erwachsene)
Einheit
mg = Milligramm · µg = Mikrogramm
Hinweis: Der NRV (Nährstoffbezugswert nach EU-Verordnung 1169/2011) ist ein Durchschnittswert für gesunde Erwachsene, keine individuelle Empfehlung. Mehr ist nicht automatisch besser – bei einigen Stoffen gibt es Höchstmengen. Keine Heilaussage; bei Fragen zur Einnahme ärztlichen Rat einholen.

Wozu braucht dein Körper Mangan?

Für folgende Funktionen trägt Mangan die Hauptlast:

  • Antioxidativer Schutz in Mitochondrien: MnSOD (SOD2) neutralisiert Superoxidradikale direkt im Kraftwerk der Zelle.
  • Knorpel und Knochen: Mangan ist Kofaktor der Glukosaminoglykan-Synthese – essenziell für Knorpelgewebe.
  • Glukosestoffwechsel: aktiviert Enzyme der Gluconeogenese (Pyruvat-Carboxylase) und der Arginase.
  • Wundheilung: Prolin-Hydroxylase (Kollagenbildung) braucht Mangan.

Gute Manganquellen in der Ernährung

Mangangehalt ausgewählter Lebensmittel
Lebensmittel Mangan (mg/100 g) Anteil NRV
Pekannüsse 4,5 225 %
Vollkornhaferflocken 3,6 180 %
Schwarztee (Blatt, getrocknet) 28 ––
Spinat (roh) 0,9 45 %
Kichererbsen (gekocht) 0,6 30 %
Mangan: NRV 2 mg/Tag – Deckung durch AlltagslebensmittelPekannüsse 30 g135 %Haferflocken 50 g90 %Spinat 100 g45 %Vollkornbrot 2 Scheiben35 %NRV 2 mg/Tag – pflanzliche Kost deckt den Bedarf leicht
Eine handvoll Nüsse oder eine Portion Haferflocken deckt den Grossteil des täglichen Manganbedarfs.

Mangel und Überdosierung

Mangel ist bei ausgewogener Ernährung in Europa selten. Risikogruppen: Menschen mit Malabsorption (Morbus Crohn, Zöliakie) oder restriktiver Ernährung. Symptome eines Mangels: Knochenschwäche, beeinträchtigte Insulinsekretion, erhöhter oxidativer Stress. Überdosierung: Über Nahrung praktisch nicht möglich. Bei beruflicher Exposition gegenüber Manganstaub (Bergbau, Schweissen) kann es zur Manganvergiftung (Manganismus) kommen – Parkinson-ähnliche Symptome. Hochdosierte Supplemente (über 10 mg/Tag) sind unnötig und potenziell schädlich.

Häufige Fragen

Warum ist Tee so manganreich?

Tee-Pflanzen (Camellia sinensis) nehmen Mangan effizient aus dem Boden auf und reichern es in den Blättern an. Ein Teebecher enthält je nach Sorte 0,4–1,5 mg Mangan.

Brauche ich ein Mangan-Supplement?

Bei normaler Ernährung nein. Vollkornprodukte, Nüsse und Blattgemüse reichen in der Regel aus. Supplemente sind nur bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll.

Hemmt Kalzium die Manganaufnahme?

Ja. Hohe Kalziumdosen (aus Milch oder Supplements) können die Manganabsorption im Darm reduzieren. Nicht gleichzeitig mit hochdosierten Kalziumpräparaten einnehmen.

Was ist SOD2 und warum hängt es mit Mangan zusammen?

SOD2 (Superoxiddismutase 2) ist das wichtigste antioxidative Enzym in den Mitochondrien. Es braucht Mangan als Kofaktor, um funktionsfähig zu sein – ohne ausreichend Mangan läuft dieser Schutz weniger gut.

Wie unterscheidet sich Mangan von Magnesium?

Mangan und Magnesium sind völlig verschiedene Spurenelemente. Magnesium wird in viel grösseren Mengen (300–400 mg/Tag) benötigt und ist an anderen Enzymen beteiligt. Mangan wird nur in Mikrogramm- bis niedrigen Milligrammmengen gebraucht.

Fazit

Mangan ist ein stilles, aber unverzichtbares Spurenelement – besonders für das antioxidative Schutzsystem der Mitochondrien (SOD2) und die Knochengesundheit. Genetische Varianten in SLC39A8 und SOD2 erklären individuelle Unterschiede in Manganaufnahme und -verwertung. Den Tagesbedarf von 2 mg deckt eine gemischte Ernährung mit Vollkorn und Nüssen problemlos ab.

Quellen

  1. EU-Verordnung 1169/2011, Anhang XIII – Nährstoffbezugswerte (NRV).
  2. Aschner JL, Aschner M: Nutritional aspects of manganese homeostasis. Mol Aspects Med. 2005.
  3. Prohaska JR: Role of copper and manganese superoxide dismutase in antioxidant defense. Am J Clin Nutr. 1991.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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