Copaiba Öl

Kurze Antwort

Copaiba-Öl ist das Harz-Öl des südamerikanischen Copaifera-Baums, das hauptsächlich Beta-Caryophyllen enthält – einen Sesquiterpen-Wirkstoff, der an CB2-Cannabinoid-Rezeptoren bindet und entzündungshemmend wirkt. Wie dein Körper diese Terpene verarbeitet, hängt auch von genetischen Varianten in Cannabinoid-Rezeptor- und Entzündungsgenen ab.

Copaiba-Öl auf einen Blick
Herkunft Harz des Copaifera-Baums (Brasilien, Peru, Kolumbien)
Gewinnung Anzapfen des Baumstamms – Harz fliesst aus
Hauptwirkstoffe Beta-Caryophyllen (BCP, 30–80 %), Alpha-Humulen, Farnesen
Wirkprinzip BCP ist ein CB2-Rezeptor-Agonist (Cannabinoid-System, nicht psychoaktiv)
Anwendung Äusserlich verdünnt auf Haut; in Aromatherapie; NICHT pur auf Haut oder innerlich
Genetik-Bezug CNR2-Varianten (CB2-Rezeptor) beeinflussen entzündliche Reaktionen auf BCP

Copaiba-Öl fasziniert vor allem durch seinen Hauptbestandteil Beta-Caryophyllen (BCP) – ein Sesquiterpen, das auch in schwarzem Pfeffer, Nelken und anderen Kräutern vorkommt, aber in Copaiba-Öl in besonders hoher Konzentration (teils über 50 %). BCP bindet an den CB2-Rezeptor des Endocannabinoid-Systems, ohne psychoaktiv zu sein. Dieser Mechanismus macht Copaiba-Öl wissenschaftlich interessant – und unterscheidet es von anderen ätherischen Ölen.

Wie Copaiba-Öl angewendet wird

Als ätherisches Öl (streng genommen ist Copaiba-Harzöl kein klassisches ätherisches Öl, aber es wird so vermarktet) muss Copaiba-Öl verdünnt werden. Pur auf der Haut kann es Irritationen auslösen. Die gängige Verdünnung beträgt 1–3 % in einem Trägeröl.

  • Aromatherapie: Im Diffusor oder als Massageöl zur Entspannung.
  • Hautpflege: Verdünnt bei unreiner Haut oder Rötungen – analog zu anderen BCP-reichen Ölen.
  • Nicht innerlich: Copaiba-Öl enthält Sesquiterpene, die bei oraler Einnahme Nieren- und Leberbeschwerden auslösen können.
Copaiba-Öl: Verdünnung je 30 ml Trägeröl31 % · Gesicht62 % · Körper93 % · gezieltpur: NICHTTrägeröle: Jojobaöl, Kokosnussöl, Mandelöl – immer Hauttest vorab
Copaiba-Öl immer verdünnen: 1–3 % in Trägeröl sind für die Haut empfohlen. Pur und innerlich vermeiden.

Verdünnungs-Rechner

Wie viele Tropfen ätherisches Öl auf deine Trägeröl-Menge? Wähle Menge und Konzentration.

Trägeröl-Menge
30 ml

5100200 ml
Konzentration
Ätherisches Öl
Tropfen
Konzentration
Anteil ätherisches Öl
Menge ätherisches Öl
≈ 20 Tropfen je ml
Geeignet für
Richtwert
Hinweis: Ätherische Öle nie unverdünnt auf die Haut. Vor der ersten Anwendung einen Hauttest (Ellenbeuge) machen. Bei Schwangerschaft, Kindern und Haustieren gelten besondere Vorsichten. Werte sind rechnerische Richtwerte, keine medizinische Empfehlung.

Wissenschaftliche Einordnung

Beta-Caryophyllen ist das am besten untersuchte Molekül in Copaiba-Öl. In Zellstudien und Tiermodellen sind entzündungshemmende und schmerzlindernde Effekte gut belegt. Humanstudien zu Copaiba-Öl speziell sind noch begrenzt. Eine Pilotstudie zeigte Verbesserungen bei Kniegelenk-Beschwerden; robustere klinische Daten fehlen. Wer Copaiba-Öl nutzt, sollte realistische Erwartungen haben und es als ergänzende Massage- oder Aromaölanwendung betrachten.

Häufige Fragen

Ist Copaiba-Öl dasselbe wie CBD-Öl?

Nein – aber es gibt eine Parallele: Beide wirken über das Endocannabinoid-System. CBD bindet an CB1- und CB2-Rezeptoren; Beta-Caryophyllen aus Copaiba bindet selektiv an CB2. Copaiba ist deshalb nicht psychoaktiv und legal überall erhältlich.

Kann ich Copaiba-Öl innerlich nehmen?

Nein. Copaiba-Harzöl enthält Sesquiterpene, die bei Einnahme Nieren- und Lebertoxizität verursachen können. Nie einnehmen ohne ausdrückliche ärztliche Überwachung.

Warum wirkt Copaiba-Öl bei manchen Menschen stärker?

Varianten im CB2-Rezeptor-Gen CNR2 beeinflussen die Rezeptordichte und -sensitivität. Menschen mit bestimmten Varianten reagieren sensitiver auf CB2-Agonisten wie Beta-Caryophyllen.

Welches Trägeröl passt zu Copaiba-Öl?

Jojobaöl und Mandelöl sind beliebt – hautverträglich und geruchsneutral. Kokosnussöl eignet sich für Körpermassagen.

Ist Copaiba-Öl in der Schweiz legal?

Ja – Copaiba-Öl ist als Aromatherapie-Produkt und Kosmetikingrediens in der Schweiz frei erhältlich. Es fällt nicht unter Cannabisregulierungen.

Fazit

Copaiba-Öl ist wissenschaftlich interessant wegen seines hohen Beta-Caryophyllen-Gehalts und dessen CB2-Wirkprinzip. Als topisches Aromatherapie-Öl verdünnt ist es gut verträglich; innerlich ist es zu vermeiden. Wie stark die entzündungshemmende Wirkung ausfällt, hängt unter anderem von CNR2-Genvarianten ab.

Quellen

  1. Bento AF et al.: Beta-Caryophyllene inhibits dextran sulfate sodium-induced colitis in mice through CB2 receptor activation, JPET, 2011.
  2. Gertsch J et al.: Beta-caryophyllene is a dietary cannabinoid, PNAS, 2008.
  3. Tisserand R, Young R: Essential Oil Safety, 2. Aufl. – Copaiba-Kapitel.

Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.

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