Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa) und gilt als Vorläufer-Molekül vieler anderer Cannabinoide wie CBD und THC. Es entsteht durch Enzymreaktionen aus CBGA (Cannabigerolsäure) und spricht – wie alle Cannabinoide – das Endocannabinoid-System an, das genetisch mitgeprägt ist.
| Abkürzung | CBG (Cannabigerol) |
|---|---|
| Vorkommen | Junge Hanfpflanzen; meist unter 1 % in ausgereiften Pflanzen |
| Typ | Nicht-psychoaktives Cannabinoid (kein Rauscheffekt) |
| Vorläufer-Molekül | CBGA → wird zu THC, CBD und CBC umgewandelt |
| THC-Grenze CH | Produkte mit max. 1 % THC zugelassen |
| Genetik-Bezug | CNR1-Gen (CB1), CNR2-Gen (CB2), FAAH-Gen |
CBG ist das „Mutter-Cannabinoid»: Ohne es gäbe es kein CBD und kein THC. Weil reifere Pflanzen CBGA fast vollständig in andere Cannabinoide umwandeln, ist CBG in fertigen Hanfprodukten selten und teurer in der Herstellung. Die Forschung zu CBG steht noch am Anfang, erste Ergebnisse sind vielversprechend.
Wie unterscheidet sich CBG von CBD und THC?
- THC: psychoaktiv, bindet stark an CB1 im Gehirn → Rauscheffekt.
- CBD: nicht-psychoaktiv, moduliert CB1/CB2 indirekt, breite Forschungsbasis.
- CBG: nicht-psychoaktiv, bindet moderat an CB1 und CB2, zusätzliche Rezeptoren, noch wenig Humanstudien.
Potenzielle Wirkbereiche und Forschungsstand
| Bereich | Forschungsstand |
|---|---|
| Antibakteriell (Staphylokokken) | In-vitro-Ergebnisse positiv; Humanstudien fehlen |
| Augeninnendruck (Glaukom) | Tierversuch: drucksenkend; Humanbeleg noch ausstehend |
| Neuroprotektion | Tierversuch bei Huntington-Modell; Forschung früh |
| Entzündungshemmung | In vitro und Tierversuch; Wirkung beim Menschen unklar |
Anwendung und Rechtslage in der Schweiz
In der Schweiz sind Hanfprodukte mit bis zu 1 % THC legal. CBG-Produkte (Öle, Kapseln) sind entsprechend erhältlich. Die Forschungslage ist jedoch dünner als bei CBD – Heilaussagen sind nicht zugelassen. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenten (v. a. CYP450-abhängige Wirkstoffe) ist ärztliche Beratung notwendig. In Schwangerschaft und Stillzeit ist von der Einnahme abzuraten.
Häufige Fragen
Ist CBG legal in der Schweiz?
Ja, solange der THC-Gehalt im Produkt unter 1 % liegt. CBG selbst ist nicht betäubungsmittelrelevant.
Macht CBG high?
Nein. CBG ist nicht psychoaktiv und hat keinen Rauscheffekt.
Was unterscheidet CBG von CBD?
Kann CBG bei Entzündungen helfen?
Erste Labordaten sind positiv, aber belastbare Humanstudien fehlen noch. Keine Heilversprechen sind erlaubt.
Fazit
CBG ist ein faszinierendes Cannabinoid mit breitem Rezeptor-Spektrum und einer Forschungsgeschichte, die gerade erst beginnt. Deine genetischen Varianten in CNR1, CNR2 und FAAH beeinflussen, wie du auf CBG reagierst. Bis belastbare Humanstudien vorliegen, solltest du CBG als ergänzenden Stoff betrachten – kein Ersatz für bewährte Behandlungen.
Quellen
- Borrelli F. et al.: Beneficial effect of the non-psychotropic plant cannabinoid CBG in inflammatory bowel disease, Biochem. Pharmacol. 2013.
- Nachnani R. et al.: The Pharmacological Case for Cannabigerol, J. Pharmacol. Exp. Ther. 2021.
- Russo E.B.: Taming THC: potential cannabis synergy, Br. J. Pharmacol. 2011.
Redaktioneller Lexikon-Beitrag von gene.ch · informativ, keine Heil- oder Gesundheitsversprechen · zuletzt geprüft 2026.
